Sie wollen Hof, Einfahrt oder Firmengelände zuverlässig im Blick behalten, ohne dass sich die Stromrechnung mit jeder zusätzlichen Kamera merklich erhöht. Typische Verbrauchsdaten zeigen, dass bereits eine kleine 5‑Watt‑Kamera im Dauerbetrieb über 40 kWh Strom pro Jahr verbraucht – und dass Solarkameras diesen Bedarf weitgehend auf null senken können. Hier erfahren Sie, wie groß die Ersparnis in Euro tatsächlich ist, wann sich Solarkameras wirtschaftlich lohnen und wie Sie eine autarke Lösung technisch sauber planen.

Ausgangslage: wie viel Strom frisst klassische Videoüberwachung?

Konventionelle Überwachungskameras wirken auf den ersten Blick harmlos: ein paar Watt Leistung, kaum größer als ein sparsames LED‑Leuchtmittel. Herstellerangaben und Analysen von Anbietern wie Secom und IDS Security zeigen jedoch, dass viele Innen- und Außenkameras im Dauerbetrieb zwischen etwa 5 und 20 W ziehen – teilweise mehr, wenn hohe Auflösung und starke Infrarot‑Nachtsicht aktiv sind.

Eine typische kabelgebundene Kamera mit rund 5 W Dauerleistung kommt laut Praxisbeispielen auf etwa 3,6 kWh pro Monat. Hochgerechnet bedeutet das rund 44 kWh Strom pro Jahr – pro Kamera. Das deckt sich mit Angaben, dass komplette Privatsysteme mit mehreren Kameras und Rekorder im Bereich von etwa 200 kWh pro Jahr liegen können.

Rein energetisch sind diese Werte im Haushalt noch überschaubar. Problematisch wird es, wenn Sie Ihren Außenbereich schrittweise aufrüsten: ein Einfamilienhaus mit vier Außenkameras, ein kleiner Gewerbehof mit acht Kameras oder eine Baustelle mit mobilen Masten. Aus ein paar Watt Dauerlast pro Gerät wird dann schnell ein relevanter Posten auf der Stromrechnung.

Wie Solarkameras funktionieren – und warum der Zähler stehen bleibt

Solarkameras kombinieren eine Überwachungskamera mit einem Photovoltaikmodul und einem Akku. Tagsüber versorgt das Modul die Kamera und lädt gleichzeitig den Akku. Nachts und bei schlechtem Wetter übernimmt der Akku die Versorgung. Anbieter wie Anran, LS Vision oder Backstreet Surveillance setzen dabei auf hocheffiziente Module und Lithium‑Ionen‑Speicher, sodass die Systeme auch bei bewölktem Himmel oder im Winter mehrere Tage ohne direkte Sonne überbrücken können.

Der entscheidende Punkt aus Kostensicht: Die Kamera zieht keinen Strom aus dem Netz. Energieverbrauch entsteht zwar weiterhin, aber er stammt vom Solarmodul. Damit fallen die laufenden Stromkosten für die Überwachung praktisch auf null, solange Sie keine zusätzliche Netzversorgung vorsehen.

Daneben bringt die Architektur Sicherheitsvorteile, die in der Praxis kaum zu überschätzen sind. Fällt der Strom im Gebäude aus, läuft die Solarkamera weiter. Bei entfernten Objekten wie Feldwegen, Lagerflächen oder temporären Baustellen entfällt die teure Erschließung mit Kabeln komplett, wie es Anbieter von Baustellen- und Solar‑CCTV‑Lösungen immer wieder hervorheben.

Rechenbeispiele: jährliche Stromkostenersparnis pro Kamera und System

Um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen, lohnt ein einfacher Vergleich. Grundlage sind die oben genannten Verbrauchswerte und ein angenommener Strompreis von 0,30 € pro kWh. Die Werte sind gerundet.

Szenario

Leistung pro Kamera

Anzahl Kameras

Jahresverbrauch ohne Solar

Stromkosten pro Jahr (0,30 € pro kWh)

Stromkosten mit Solarkameras

Einfamilienhaus, eine Einfahrtkamera

5 W

1

ca. 44 kWh

ca. 13 €

ca. 0 €

Hof oder kleiner Betrieb, vier Außenkameras

5 W

4

ca. 176 kWh

ca. 53 €

ca. 0 €

Größerer Hof, acht hochauflösende Kameras

10 W

8

ca. 701 kWh

ca. 210 €

ca. 0 €

Die zugrunde liegenden Leistungsdaten liegen im Rahmen dessen, was Secom und IDS Security für Dauerbetriebskameras nennen. Bei einem einzigen Gerät sind 13 € pro Jahr noch kein Drama. Wenn Sie jedoch acht Außenkameras mit hoher Auflösung und starker IR‑Ausleuchtung über Jahre betreiben, summieren sich mehr als 200 € pro Jahr zu einem vierstelligen Betrag über die Lebensdauer der Anlage.

Hier setzen Solarkameras an: Sie eliminieren genau diesen Posten. Die eingesparte Energiemenge bleibt gleich – Sie beziehen sie nur nicht mehr aus dem Netz, sondern aus einem eigenen kleinen PV‑System.

Wirtschaftlichkeit: wann sich Solarkameras rechnen

Die Stromkostenersparnis ist nur ein Teil der Gleichung. Wichtig ist, dass Solarkameras in der Anschaffung meist teurer sind als vergleichbare Netzgeräte. Marktanalysen, etwa von Herstellern wie Jer Tech oder TrueLook, kommen jedoch zu einem klaren Muster: Durch den Wegfall von Erdkabeln, Elektroinstallationen und Netzanschluss sinken die Installationskosten teils um 80 bis 90 %, und die Systeme amortisieren sich meist nach etwa zwei bis fünf Jahren.

Ein typisches Beispiel: Ein Hof mit vier Kameras soll abgesichert werden. Bei einer klassischen Lösung fallen neben den Kameras die Kosten für Leitungswege, Erdarbeiten, Leerrohre und Elektromontage an. Bei einer gut geplanten Solarlösung werden die Kameramasten gesetzt, die Module ausgerichtet und die Geräte in Betrieb genommen – oft in deutlich unter einer Stunde pro Standort, wie mehrere Anbieter aus dem Baustellenumfeld berichten. Die Mehrkosten pro Kamera gegenüber einem einfachen Netzgerät werden in vielen Fällen innerhalb weniger Jahre durch eingesparte Installations- und Energiekosten ausgeglichen.

Hinzu kommen indirekte Effekte: Versicherer gewähren für belastbare Überwachungssysteme immer wieder Prämiennachlässe, und Schäden durch Diebstahl oder Vandalismus sinken messbar, wie Sicherheitsanbieter aus dem Handel seit Jahren dokumentieren. Diese Effekte sind schwer exakt zu beziffern, wirken in der Gesamtbetrachtung aber klar zugunsten einer robusten Videoüberwachung – ob mit oder ohne Solar.

Grenzen und Nachteile: wo Solar nicht automatisch die beste Lösung ist

Solarkameras sind kein Allheilmittel. Fachbeiträge von Herstellern wie TrueLook, Engoplanet oder LS Vision nennen vor allem drei Punkte, die Sie nüchtern einplanen sollten.

Erstens ist die Abhängigkeit von Sonnenlicht real. In dauerhaft verschatteten Bereichen oder auf Nordfassaden reicht die Energieproduktion häufig nicht aus. Zwar lassen sich solche Standorte mit größeren Modulen oder hybriden Systemen (Solar plus Netz) entschärfen, aber die Autarkie ist dann eingeschränkt.

Zweitens haben Akkus eine endliche Lebensdauer. Marktteilnehmer berichten von Spannweiten zwischen ein und fünf Jahren, üblich sind drei bis fünf Jahre, bis ein Tausch sinnvoll wird. Diese Kosten sind in der Gesamtrechnung zu berücksichtigen, auch wenn sie die eingesparten Strom- und Installationskosten in der Regel nicht übersteigen.

Drittens benötigen die Systeme Konnektivität. Auch wenn die Energieversorgung autark ist, brauchen Sie WLAN oder Mobilfunk für Live‑Bilder und Push‑Meldungen. In Funklöchern steigt der technische Aufwand, etwa durch zusätzliche LTE‑Router oder Richtfunk. Dieser Punkt betrifft allerdings alle modernen IP‑Kameras, nicht nur Solarsysteme.

Praxisleitfaden: so planen Sie eine energiesparende Solarkamera‑Lösung

Der effizienteste Weg zu einer sinnvollen Lösung besteht darin, Überwachung und Energieplanung zusammenzudenken – nicht getrennt.

Im ersten Schritt sollten Sie den Bedarf definieren: Welche Bereiche müssen dauerhaft live überwacht werden, und wo reicht eine ereignisgesteuerte Aufnahme bei Bewegung? Hersteller wie Secom zeigen, dass der Verzicht auf permanente Aufzeichnung den Energiebedarf deutlich senken kann, weil die Kamera dann über weite Strecken im Sparmodus läuft. Für kritische Einfahrten oder Tore empfiehlt sich hingegen eine kontinuierliche Aufzeichnung, weil gerade die ersten Sekunden eines Ereignisses entscheidend sind.

Im zweiten Schritt dimensionieren Sie Modul und Akku. Technische Leitfäden, etwa von Backstreet Surveillance, empfehlen für eine einzelne Kamera mit rund 5 bis 7 W Dauerlast und zwei Tagen Autonomie eine Modulleistung von etwa 25 bis 40 W sowie Akkus im Bereich von 10 bis 20 Ah (bei 12 V). Mehrere Quellen aus dem Baustellen- und Offgrid‑Bereich bestätigen, dass gut ausgelegte Systeme zwei bis drei Tage ohne direkte Sonne überbrücken können, bevor der Akku kritisch wird. In Regionen mit häufig bedecktem Himmel oder Schneefall ist eine konservativere Auslegung sinnvoll.

Der dritte Schritt betrifft Standort und Ausrichtung. Praxisleitfäden von Herstellern wie Residential Solar Panels und EcoFlow empfehlen auf der Nordhalbkugel eine Ausrichtung der Module nach Süden mit einer Neigung zwischen etwa 30 und 45 Grad und möglichst freier Sicht auf den Himmel. Selbst kleinere Schattenwürfe durch Dachkanten oder Bäume können die Ausbeute merklich reduzieren. Gleichzeitig sollte die Kamera so montiert werden, dass sie die gewünschten Bereiche abdeckt, aber nicht direkt in die tief stehende Sonne blickt, damit das Bild nicht überstrahlt.

Ein vierter, oft unterschätzter Punkt ist die Wartung. Verschmutzte Module und Kamerascheiben reduzieren nicht nur die Bildqualität, sondern auch die Energieproduktion. Mehrere Hersteller empfehlen, Module und Optik je nach Umgebung etwa vierteljährlich zu reinigen, Dichtungen zu überprüfen und Vegetation zurückzuschneiden. Diese Arbeiten sind überschaubar, verhindern aber, dass das System im entscheidenden Moment wegen eines leeren Akkus ausfällt.

Umweltbilanz: Stromkosten sparen und Emissionen senken

Neben der finanziellen Komponente sprechen auch Umweltaspekte für Solarkameras. Die US‑Energiebehörde beschreibt, dass Photovoltaiksysteme während des Betriebs keine Luftschadstoffe oder Treibhausgase ausstoßen und die zur Herstellung eingesetzte Energie in der Regel innerhalb von etwa ein bis vier Jahren wieder einspielen. Hersteller wie The Underfloor Heating Store verweisen darauf, dass ein typischer Haushalt mit Solarstrom seine CO₂‑Bilanz um mehrere Tonnen pro Jahr verbessern kann.

Natürlich ist eine einzelne Solarkamera kein volles Hausdach. Dennoch gilt im Kleinen das Gleiche: Jede Kilowattstunde, die Sie nicht aus einem fossil dominierten Strommix beziehen, reduziert Ihren CO₂‑Fußabdruck. In Kombination mit dem Wegfall von Erdarbeiten und Kabeltrassen – die ebenfalls Ressourcen verbrauchen – ergeben sich messbare Vorteile für Unternehmen, die eigene Nachhaltigkeitsziele verfolgen oder Zertifizierungen anstreben.

FAQ zu Stromkosten und Solarkameras

Frage: Wie viele Sonnenstunden braucht eine Solarkamera, damit sie wirtschaftlich läuft? Antwort: Branchenweit werden für typische Kameras mit Bewegungsaufzeichnung ungefähr drei bis sechs Stunden direkte Sonne pro Tag als Faustregel genannt, um Akku und Betrieb stabil zu halten. Entscheidend sind neben der Modulgröße auch der reale Energiebedarf der Kamera (Auflösung, Nachtsicht, WLAN/LTE) und das lokale Klima. In sonnenärmeren Regionen lohnt sich entweder eine größere Modulfläche oder ein hybrides System mit Netz‑Fallback.

Frage: Lohnt sich eine Solarkamera überhaupt, wenn ich nur ein bis zwei Außenkameras brauche? Antwort: Bei ein bis zwei Kameras ist die reine Stromkostenersparnis in Euro überschaubar; hier geht es eher um Autarkie und Ausfallsicherheit. Wenn die Verkabelung aufwendig oder unmöglich ist – etwa am Gartentor, auf einem Nebengebäude oder an einem abgelegenen Stellplatz –, sprechen die entfallenen Leitungsarbeiten und die Unabhängigkeit vom Hausnetz klar für eine Solarlösung.

Frage: Wie wirken sich Wartung und Batteriewechsel auf die Gesamtkosten aus? Antwort: Herstellerberichte zeigen, dass Akkus je nach Qualität und Einsatzbedingungen nach etwa drei bis fünf Jahren getauscht werden sollten, mit Spannweiten von ein bis fünf Jahren. Dazu kommen leichte Wartungsarbeiten wie das Reinigen der Module und Sichtkontrollen nach Unwettern. Diese Kosten sollten Sie einkalkulieren, liegen aber bei seriös dimensionierten Anlagen deutlich unter den aufsummierten Strom- und Installationskosten klassischer Systeme.

Zum Schluss zählt eines: Eine gute Überwachungslösung ist wie eine solide Architektur – sie steht auf einem klaren Konzept und sauberen Berechnungen. Wenn Sie Kameraanzahl, Energiebedarf und Standort systematisch durchgehen, können Solarkameras Ihre Stromkosten im Außenbereich praktisch eliminieren und gleichzeitig die Sicherheitsinfrastruktur robuster und zukunftsfähiger machen.

Referenzen

  1. https://www.eia.gov/energyexplained/solar/solar-energy-and-the-environment.php
  2. https://www.residentialsolarpanels.org/uncategorized/solar-powered-security-cameras-that-actually-save-you-money/
  3. https://cctvmaintenance.com.sg/solar-energy-security-camera/
  4. https://www.engoplanet.com/single-post/are-solar-cctv-cameras-a-good-option
  5. https://jer-tech.com/benefits-of-solar-powered-security-cameras-a-comprehensive-guide-for-2025/
  6. https://www.lsvisionhd.com/shedding-light-on-solar-cameras-how-they-work-and-why-you-need-one/
  7. https://www.lvt.com/blog/7-advantages-of-installing-a-solar-powered-security-system
  8. https://sandbarsc.com/news/why-is-my-electric-bill-so-high-with-solar-panels
  9. https://www.truelook.com/blog/a-complete-guide-to-solar-powered-cameras
  10. https://www.wcctv.com/five-key-benefits-of-solar-powered-surveillance-units/
Lennart von Falkenhorst

Lennart von Falkenhorst

Lennart von Falkenhorst ist ein renommierter Experte für netzunabhängige Sicherheitstechnik mit über 15 Jahren Erfahrung in der Branche. Als „Der Sicherheits-Architekt“ verbindet er technisches Know-how in der 4G-LTE-Übertragung mit praxisorientierten Lösungen für abgelegene Außenbereiche. Sein Fokus liegt darauf, modernste Solartechnik und intelligente Überwachung nahtlos zu vereinen, um maximale Sicherheit ohne Kompromisse bei der Unabhängigkeit zu gewährleisten.