Der Beitrag zeigt, wie Solarmodule auch bei Bewölkung und im Winter zuverlässig Energie liefern und wie Sie autarke Überwachungsanlagen dafür robust dimensionieren.

Ja – gut geplante Solarmodule laden Ihre Batterie auch im grauen deutschen Winter, aber deutlich langsamer und nur, wenn Sie bei Fläche, Neigung und Speicher konsequent Reserven einplanen. Bewölkung bremst, sie stoppt den Ladevorgang nicht.

Stellen Sie sich vor, Ihre Außenkamera hängt an einem abgelegenen Mast, die Zufahrt ist matschig und seit Tagen hängt eine dichte Wolkendecke – genau dann darf die Batterie nicht schlappmachen. Die Praxis mit autarken Überwachungssystemen zeigt, dass selbst mehrere trübe Wintertage beherrschbar sind, wenn einige technische Grundregeln eingehalten werden. Dieser Beitrag liefert eine klare Einschätzung, was Solarmodule im grauen Winter wirklich leisten und welche konkreten Schritte Ihre Anlage ausfallfest machen.

Wie viel Strom Solarmodule unter Wolken wirklich liefern

Photovoltaikmodule erzeugen Strom aus Licht, nicht aus Wärme. Sie nutzen sowohl direktes Sonnenlicht als auch diffuses Licht, das durch Wolken gestreut wird, sodass sie selbst bei Bewölkung weiter Energie liefern und ihren Betrieb nicht einfach abbrechen. Untersuchungen verschiedener Betreiber und Labore zeigen, dass bei leichter bis mittlerer Bewölkung typischerweise noch etwa 50–80 % der Leistung eines klaren Tages möglich sind, während eine dichte, gleichmäßige Wolkendecke die Momentanleistung meist auf etwa 10–25 % drückt, wie Typische Messreihen ordnen stark bedeckte Tage im Bereich dokumentieren.

Für Ihre Batterie zählt aber nicht nur die Momentanleistung, sondern die über den Tag integrierte Energiemenge. Als grobe Orientierung: Liefert ein Modul mit 100 W Nennleistung an einem klaren Tag energetisch etwa 6 Volllaststunden (entspricht rund 600 Wh), dann kommen bei dauerhaft dichter Bewölkung mit 20 % Leistung immer noch etwa 120 Wh zusammen – genug, um sparsame Sensorik, Funk und eine effiziente Kamera weiter zu betreiben, solange das System entsprechend ausgelegt ist. Die Berechnung über „Peak‑Sun‑Hours“ ist eine etablierte Methode.

Gelegentlich tritt ein Bonus-Effekt auf: Die Kanten von Quellwolken können wie eine Linse wirken und kurzzeitig mehr Licht auf die Module reflektieren, sodass die Leistung für Sekunden sogar über die eines wolkenlosen Himmels hinausschießt. Auswertungen von Betriebsdaten zeigen diesen „edge‑of‑cloud“-Effekt deutlich. Für die Dimensionierung Ihrer Sicherheitsanlage ist dieser Effekt jedoch ein angenehmer Zufall, kein planbarer Baustein.

Winter und Kälte: Feind oder Verbündeter der Module?

Wetter wirkt doppelt auf Solarmodule: über die verfügbare Lichtmenge und über die Temperatur der Zellen. Mit steigender Einstrahlung erhöhen sich sowohl die Lichtintensität als auch die Modultemperatur; Laborstudien zeigen dabei einen klar positiven Zusammenhang zwischen Lichtstärke und erzeugter elektrischer Leistung, auch wenn sich die Temperatur gleichzeitig erhöht, wie Untersuchungen an 120‑W‑Modulen belegen, dass mit höherer Lichtintensität und ergänzende Messreihen zeigen, dass dann mehr Strom erzeugt wird. Gleichzeitig sinkt der Wirkungsgrad von Siliziumzellen, sobald die Zelltemperatur deutlich über etwa 25 °C steigt, sodass heiße Sommertage trotz hohem Sonnenstand leicht an Effizienz verlieren, wie Analysen zum Temperaturkoeffizienten zeigen, dass kühlere Module unter gleicher Einstrahlung effizienter arbeiten.

Für den deutschen Winter ist das eine gute Nachricht: Die Tage sind zwar kurz und die Sonne steht tief, aber die Zellen arbeiten in ihrem Lieblingstemperaturbereich. Wenn an einem klaren, kalten Wintertag ausreichend Licht ankommt, liefert das Modul pro Watt Nennleistung sehr effizient Strom; der Engpass sind dann eher die wenigen hellen Stunden und die häufige Bewölkung als die Temperatur selbst. In gemäßigten Klimazonen zeigen Betriebsdaten, dass kühle, sonnige Tage oft besonders hohe spezifische Erträge bringen.

Was Ihre Batterie im deutschen Winter tatsächlich „sieht“

Für eine autarke Außenüberwachung ist nicht entscheidend, was mittags um 12 Uhr kurz am Modul anliegt, sondern wie viel Energie über mehrere Tage die Batterie erreicht. Auswertungen typischer Wetterjahre zeigen, dass die besten Wintertage nur etwa 50–70 % der Energie der besten Sommertage liefern, während die wolkigsten Wintertage oft nur auf ein Drittel dieser Winter-Spitzentage kommen. Ähnliche Größenordnungen finden sich für verschiedene Standorte außerhalb der Tropen, sodass man für Mitteleuropa mit vergleichbaren Relationen rechnen kann.

Praktisch bedeutet das: Ihre Batterie erlebt im Dezember und Januar abwechselnd einige ordentliche Ertragstage, viele mittlere Tage und immer wieder Serien sehr schwacher Tage. Selbst an diesen schwachen Tagen liefern die Module bei geschlossener Wolkendecke oft noch 10–25 % ihrer möglichen Leistung; das verlängert die Laufzeit der Batterie deutlich, ist aber selten genug, um eine knapp dimensionierte Anlage vollzuladen. Messungen an PV‑Anlagen ordnen stark bedeckte Tage im Bereich von etwa 10–25 % der Spitzenleistung ein. Für kritische Sicherheitslasten müssen Sie also so planen, dass Ihr System mehrere aufeinanderfolgende Tage mit nur sehr schwachem Nachladen übersteht.

Eine übersichtliche Einordnung der Winterbedingungen hilft bei der Planung:

Himmelszustand

Typische Modulleistung vs. klarer Tag

Wirkung auf die Batterie

Klar, kalter Wintertag

80–100 %

Gute Ladung, Tagesreserve möglich

Helle, dünne Bewölkung

50–80 %

Langsame, aber solide Ladung

Dichte, gleichmäßige Wolken

10–25 %

Nur Erhaltungsladung, kaum Reserven

Sehr dunkle Sturmfront

<10 %

Näherungsweise Stillstand, Batterie lebt vom Puffer

Die Spannungsfrage ist dabei weniger kritisch, als viele vermuten: Solange die Modulspannung zusammen mit dem Laderegler oberhalb der Batteriespannung liegt, fließt Strom – wenn auch in kleinen Mengen. Moderne MPPT‑Laderegler können insbesondere in schwachem oder schwankendem Licht mehr Energie ernten, indem sie Spannung und Strom permanent nach dem optimalen Arbeitspunkt der Module nachführen, was für Winter- und Nebeltage ein messbarer Vorteil gegenüber einfachen PWM‑Reglern ist, wie MPPT‑Regler sind speziell darauf ausgelegt, bei wechselnder Einstrahlung zeigen.

Planung einer autarken Überwachungsanlage für graue Wintermonate

Für Außenkameras, Bewegungsmelder, Funkstrecken und Aufzeichnungstechnik bedeutet Winterplanung: nicht auf Schönwetter, sondern auf die schlechtesten realistischen Wochen auslegen. In wolkigen Regionen ist es sinnvoll, die Modulleistung gegenüber einer reinen Jahresmittelrechnung um etwa 25–35 % zu vergrößern, um den Minderertrag bewölkter Perioden zu kompensieren. Für eine einzelne Kamera mit Funkrouter kann es daher sinnvoll sein, nicht mit einem einzelnen Modul knapp oberhalb des rechnerischen Minimums zu planen, sondern bewusst ein zweites Modul oder eine höhere Leistungsklasse vorzusehen.

Ebenso entscheidend ist die Modulneigung. In der dunklen Jahreszeit trifft die Sonne in Deutschland sehr flach auf: Steilere Winkel holen deutlich mehr nutzbares Licht aus kurzer Tageslänge heraus und helfen gleichzeitig, Schnee abrutschen zu lassen. Hersteller und Fachartikel empfehlen für Winterbetrieb eine Neigung, die etwa 10–15 Grad steiler ist als der optimale Jahreswinkel, um den niedrigen Sonnenstand auszugleichen, wie Empfehlungen für den Winter nennen eine steilere Modulneigung erläutern. Für autarke Masten und Zäune im Außenbereich bedeutet das oft, die Module deutlich steiler zu setzen, als es auf Hausdächern üblich ist.

Schnee, Eis und Schmutz sind im Winter zusätzliche Gegner Ihrer Batterie. Schon ein dünner, festgefrorener Belag kann die Produktion massiv reduzieren; gleichzeitig gehört rohes Eisstemmen mit Metallwerkzeugen zu den schnellsten Wegen, Module dauerhaft zu beschädigen. Bewährt haben sich weiche Bürsten oder Schaumstoff-Schneeschaufeln, die die Glasoberfläche schonen, und Hersteller raten zu einem sanften Wasserstrahl. Wo die Anlage schwer zugänglich ist, hilft eine steile Neigung, damit Schnee von allein rutscht.

Die Batterie selbst leidet im Winter doppelt: Die chemische Reaktion wird langsamer, und Lithium-basierte Speicher dürfen – je nach Typ – bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht mehr geladen werden, ohne Schaden zu nehmen. Integrierte Heizlösungen oder speziell ausgelegte Niedrigtemperatur-Batterien schaffen hier Abhilfe, indem sie sich vor dem Laden selbstständig auf ein sicheres Temperaturniveau bringen. In der Praxis heißt das: Batterien nach Möglichkeit in isolierten Gehäusen, Schächten oder Technikboxen unterbringen und nicht ungeschützt direkt im Wind montieren.

Mindestens ebenso wichtig wie die Erzeugung ist der Verbrauch: Je effizienter die Lasten, desto entspannter die Winterbilanz. Energieeffiziente Elektronik, reduzierte Sendeleistungen, clevere Aufzeichnungsstrategien (zum Beispiel reine Bewegungsaufzeichnung statt Dauerstream) und das Verschieben energieintensiver Vorgänge in die hellen Mittagsstunden entlasten die Batterie spürbar. Die Kombination aus energieeffizienten Verbrauchern und zeitlich angepasster Betriebsführung ist oft der wirksamste Hebel, um Winterengpässe zu vermeiden.

Umweltstress, Verschmutzung und ihre Rolle im Winter

Neben Wolken und Tageslänge sind auch Staub, Schmutz und lokale Wettereffekte relevante Verlustquellen. Literaturübersichten zu PV‑Systemen zeigen, dass Oberflächenverschmutzung durch Staub, Pollen oder Sandstürme die Effizienz deutlich reduzieren kann und die Verluste direkt mit dem Verschmutzungsgrad wachsen, wie Auswertungen zahlreicher Studien belegen einen starken Zusammenhang zwischen. In der Praxis von Außenüberwachung kann das bedeuten, dass eine Anlage an einer viel befahrenen Straße oder in einem Industriegebiet im Laufe einiger Monate merklich schlechter lädt als die gleiche Technik auf einem sauberen Landstandort.

Im Winter kommt hinzu, dass Regenphasen zwar reinigen, dafür aber dichte Wolken mit sich bringen; Schneefall blockiert die Einstrahlung zeitweise fast vollständig, liefert aber nach dem Abrutschen eine gereinigte Glasfläche. Regelmäßige Sichtkontrollen im Rahmen ohnehin geplanter Wartungsgänge reichen meist aus, um kritische Verschmutzung zu erkennen; in stärker verschmutzten Regionen empfehlen Studien zusätzliche Reinigungsintervalle, und in besonders staubigen Umgebungen kann ein jährlicher, gezielter Reinigungstermin sinnvoll sein.

Redundanz: wann Solar allein für Sicherheitstechnik zu riskant wird

So robust moderne PV‑Systeme über viele Wetterlagen auch arbeiten, es gibt sicherheitskritische Grenzen. Längere Phasen mit sehr dunklen Sturmwolken, anhaltender Schneebedeckung oder dichtem Hochnebel können die Produktion auf unter 10 % drücken und die Batterie tagelang kaum nachladen, wie Betriebsdaten zeigen, dass Anlagen unter sehr dunklen, gewitterartigen Bedingungen deutlich einbrechen. Für ein System, das Zutrittskontrolle, Kameras und Kommunikation dauerhaft sicherstellen muss, ist das ein Risiko, das bewusst adressiert werden sollte.

Eine Option ist, die PV‑Leistung und den Speicher weiter zu vergrößern; eine andere ist der gezielte Einsatz von Redundanzen. In vielen Anwendungen fungiert das Stromnetz als „virtuelle Batterie“: Überschüssige Solarenergie wird an guten Tagen eingespeist, spätere Entnahmen in dunklen Perioden werden über Bilanzverfahren wie Net‑Metering verrechnet. Net‑Metering‑Modelle erlauben es, tagsüber überschüssige Solarenergie ins Netz einzuspeisen und später wieder zu beziehen. Wo kein Netz zur Verfügung steht, kann ein kleiner, selten genutzter Generator als Notfallreserve dienen, der nur dann zugeschaltet wird, wenn Batteriespannung und Wetterdaten klar signalisieren, dass die Solarproduktion über Tage nicht ausreicht.

Entscheidend ist, das gewünschte Sicherheitsniveau vorab zu definieren: Soll die Anlage „meistens“ laufen, oder auch nach zehn Tagen Nebel im Februar noch mit voller Funktion? Je höher der Anspruch, desto mehr muss in Modulfläche, Speicher und Redundanz investiert werden – und desto sorgfältiger sollte die Standortanalyse erfolgen.

Kurze FAQ

Lädt das Solarmodul meine Batterie auch dann, wenn es den ganzen Tag grau ist?

Ja, solange die Module diffuses Tageslicht erhalten und die Systemspannung über der Batteriespannung liegt, fließt ein – oft geringer – Ladestrom. Unter dichter Bewölkung sind typischerweise 10–25 % der Nennleistung möglich, was für Erhaltungsladung und begrenzte Lasten reicht, aber wenig Spielraum für Reserven lässt.

Funktioniert eine solare Überwachungsanlage in der Nacht überhaupt?

Solarmodule selbst liefern nachts keinen nennenswerten Strom; die Kamera und die übrige Technik werden dann ausschließlich aus der Batterie versorgt. Entscheidend ist daher, die Batterie so zu dimensionieren, dass sie sowohl die Nacht als auch mehrere schwache Wintertage überbrücken kann.

Bringt ein teilweise verschneites Modul noch etwas?

Dicker, geschlossener Schnee blockiert die Einstrahlung fast vollständig, aber sobald ein Teil der Glasfläche wieder frei wird, startet die Stromproduktion sofort wieder. Beobachtungen zeigen, dass Module nach dem teilweisen Abrutschen des Schnees sehr schnell wieder nennenswerten Strom liefern. Eine steile Neigung hilft, Schnee schneller loszuwerden; an kritischen Standorten kann eine manuelle, schonende Räumung sinnvoll sein.

Zum Schluss die klare Botschaft: Solare Versorgung für Außenüberwachung ist auch im grauen deutschen Winter zuverlässig machbar – wenn Sie wie ein Architekt für Sicherheit planen, großzügige Reserven bei Fläche und Speicher einbauen und Wetterextreme bewusst in Ihr Konzept einrechnen. Dann bleibt Ihre Anlage auch dann online, wenn es draußen tagelang aussieht, als gäbe es keine Sonne mehr.

Lennart von Falkenhorst

Lennart von Falkenhorst

Lennart von Falkenhorst ist ein renommierter Experte für netzunabhängige Sicherheitstechnik mit über 15 Jahren Erfahrung in der Branche. Als „Der Sicherheits-Architekt“ verbindet er technisches Know-how in der 4G-LTE-Übertragung mit praxisorientierten Lösungen für abgelegene Außenbereiche. Sein Fokus liegt darauf, modernste Solartechnik und intelligente Überwachung nahtlos zu vereinen, um maximale Sicherheit ohne Kompromisse bei der Unabhängigkeit zu gewährleisten.